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PUR/R

Praxisklinik Urologie Rhein Ruhr

Schulstraße 11
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Prostata – Eine Fehlkonstruktion der Natur?

Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass bereits ab dem 30. Lebensjahr eine Zunahme des Prostatagewebes beginnt.

Bis zum 70. Lebensjahr haben ungefähr 70 % der Männer eine gutartige Vergrößerung der Prostata entwickelt und bis zum 80. Lebensjahr hat es dann alle getroffen.

Aber entscheidend ist nicht, ob die Prostata vergrößert ist, sondern ob Beschwerden beim Wasserlassen auftreten und das ist nur bei ungefähr 30 % der Männer mit vergrößerter Prostata der Fall.

Die Ursache warum es zu Beschwerden wie häufigem Wasserlassen, schwachem Harnstrahl, plötzlichem, überfallartigen Harndrang oder vermehrtem nächtlichen Urinieren kommt, ist die Lage der Prostata unterhalb der Blase. Sie umschließt die Harnröhre und engt sie ein.

Das ist so als würde man einen Wasserschlauch kräftig zusammendrücken.

Der Grund der Vergrößerung ist bis zum heutigen Tag nicht geklärt. Gesichert ist ein verändertes Niveau der Geschlechtshormone sowie eine genetische Voraussetzung.

Da die Veränderungen fast jeden treffen und bedingt durch die Lage der Prostata, ist es durchaus berechtigt von einer nicht ganz optimalen Anatomie zu sprechen.

Viele Männer vermeiden wegen der Schwierigkeiten längere Autofahrten oder Busreisen, reduzieren soziale und kulturelle Kontakte und isolieren sich Stück für Stück von der Gesellschaft.

Die Beschwerden, die durch die gutartige Vergrößerung der Prostata auftreten, sind zwar sehr lästig und haben für das soziale Leben auch weitreichende Folgen, aber sie sind im allgemeinen harmlos.

Da die Prostata aber weiterwächst, kann es irgendwann zum sehr schmerzhaften Harnverhalt kommen, der dann ein notfallmäßiges Eingreifen nötig werden lässt.

Damit es zu einem solchen Ereignis aber gar nicht erst kommt, sollte man die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen einmal im Jahr beim Urologen oder Hausarzt wahrnehmen, auch um auszuschließen, dass sich nicht doch eine bösartige Erkrankung der Prostata oder Blase hinter diesen Beschwerden verbirgt.

Hier sollte man neben der körperlichen Untersuchung auch den PSA-Wert, der Aufschluss geben kann, ob eine bösartige Erkrankung der Prostata vorliegen könnte und einen Ultraschall zur Restharnbestimmung machen lassen.

Die Prostatavergrößerung und die von ihr ausgelösten Beschwerden werden in 3 Stadien unterteilt, nach denen sich auch die Therapie richtet.

Im Anfangsstadium haben sich pflanzliche Arzneimittel bewährt, wie Sägepalmenextrakt, Kürbiskerne oder deren Extrakt, Roggenpollen, Brennesselwurzelextrakt, die aber nicht mehr von den Krankenkassen erstattet werden.

Helfen die pflanzlichen Medikamente nicht mehr oder man findet sich in einem fortgeschrittenen Stadium, werden stärkere Medikamente nötig, die die Abflussbehinderung der Prostata herabsetzen oder  die die Prostata bis zu 40 % verkleinern können.

Erst wenn auch diese Medikamente nicht mehr wirken, muss eine Operation der Prostata in Betracht gezogen werden.

Fast allen operativen Verfahren gemeinsam ist die Entfernung des Prostatagewebes. Heutzutage geschieht das in 80 % der Fälle  durch eine Schälung der Prostata durch die Harnröhre (TUR-P). 

Nebenwirkungen sind sehr selten und können neben einer Nachblutung oder einer Einengung der Harnröhre durch Narbengewebe, die dauerhafte Inkontinenz sein.  Sollte es zu dieser extrem seltenen Komplikation kommen, müsste gegebenenfalls eine Kontinenzoperation folgen.

Die Potenz wird durch den Eingriff normalerweise nicht betroffen, aber die Zeugungsfähigkeit geht verloren.

Neben diesem sehr sicheren Standardverfahren gibt es eine Reihe von weiteren Verfahren, die ebenfalls alle mehr oder weniger Gewebe abtragen.

Eines der neueren Verfahren ist die Verdampfung des Prostatagewebes mit einem Grünlicht-Laser, der vergleichbare Ergebnisse zum Standardverfahren hat und fast blutungsfrei ist.

Da die meisten sich sowohl die Einnahme von Medikamenten ersparen wollen, als auch eine Operation, ist eine häufig gestellte Frage die der Vorbeugung.

Empfehlenswert für einen günstigen Verlauf der Prostatavergrößerung ist eine balaststoffreiche , kalorienreduzierte, fettarme Ernährung.  Ein Risikofaktor für eine negative Entwicklung ist der Alkoholkonsum.

Verschiedene Studien legen auch nahe, dass eine regelmäßige sexuelle Aktivität einer Vergrößerung entgegen wirkt, aber auf jeden Fall senkt sie das Risiko einer Prostataentzündung.

Wenn die Prostata schon von der Natur gegeben keine optimale Konstruktion ist, dann sollten man sie zumindest einmal im Jahr überprüfen lassen.

Koppeln sie es doch an die jährliche Autoinspektion.

 Autor: Prof. (MEX) Dr. med. (I) Berthold Schneider
Erschienen in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ)