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PUR/R

Praxisklinik Urologie Rhein Ruhr

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Wechseljahre

Der Bauch wird dicker, das Haar dünner, der Frust wächst und die Lust nimmt ab. Auch Männer verändern sich mit dem Alter. Nur verläuft dieser Klimawechsel weniger einschneidend als bei Frauen, derzeit zu besichtigen in der gleichnamigen ZDF-Miniserie. Ob es ein männliches Klimakterium gibt und wie man damit umgeht - darüber sprach WAZ-Reporter Rolf Kiesendahl mit dem Mülheimer Urologen Prof. Dr. Berthold Schneider.

Gibt es tatsächlich die Wechseljahre des Mannes?

Ja, aber sie sind nicht vergleichbar mit denen der Frau. Bei Männern gibt es eine hormonelle Wende. Ab dem 40. Lebensjahr sinkt ihr Testosteron-Spiegel jährlich um ein bis zwei Prozent. 35 Prozent der 70-Jährigen haben ein Hormondefizit.

Kann der Mann das nicht einfach als unausweichliches Schicksal hinnehmen?

Kurze Vorbemerkung: Nicht alle Männer, deren Wert unter der Norm liegt, haben Probleme. Und nicht jeder, der innerhalb liegt, hat keine. Zu uns kommen natürlich nur solche Patienten, die sich nicht wohl in ihrer Haut fühlen. Ihnen können wir helfen.

Auf welche Weise?

Zunächst einmal stellen wir fest, ob es auch andere Ursachen für das schlechte Befinden gibt: zum Beispiel Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder eine Depression. Dann wird der Hormonstatus ermittelt. In vielen Fällen kann künstlich erzeugtes Testosteron helfen. Es wird als Dreimonatsspritze, im zwei- oder dreiwöchigen Abstand oder als Gel verabreicht, das täglich aufgetragen wird.

Pfuschen Sie damit nicht der Natur ins Handwerk?

Das sehe ich nicht. Wir lindern den Leidensdruck von Männern, die sich mehr Lebensqualität wünschen und verhindern Folgeerscheinungen wie zum Beispiel Muskelschwund oder Osteoporose. Was das bedeutet, bestimmt jeder einzelne für sich selbst.

Testosteron als Dauergabe - wirkt das nicht krebserregend?

Wenn kein Prostatakrebs vorhanden ist, wird auch keiner ausgelöst. Allerdings kann sich die Prostata vergrößern. Solche Patienten müssen deshalb alle sechs Monate zur Kontrolle. Dazu gehört auch, dass der PSA-Wert, der auf eine mögliche Krebserkrankung schließen lässt, ermittelt wird, denn wenn ein Prostatakrebs bereits vorhanden ist, kann er zum Wachstum angeregt werden.

Was kann der Mann in den Wechseljahren denn noch tun, um sich attraktiv zu finden?

Der physiologische Umbau des Körpers findet nun einmal statt. Aber man kann ihn beeinflussen: Durch 15 bis 20 Minuten Sport am Tag. Das sollte zur Regel werden. Und natürlich durch eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit viel pflanzlichen Fetten, Obst und Gemüse und möglichst wenig tierischem Eiweiß und tierischen Fetten. Auch sollte man möglichst wenig Alkohol trinken, denn der wird sofort verstoffwechselt

Gehört zur Lebensqualität nicht auch der Genuss?

Natürlich. Diese Empfehlungen besagen ja nicht, dass man wie ein Asket leben muss und keinen Spaß mehr haben darf. Alles ist erlaubt. Aber bitte mit Augenmaß.

Zu den Wechseljahren gehört oftmals auch eine nachlassende Libido und Erektionsprobleme. Die Hersteller von Medikamenten wie Viagra oder Cialis machen Milliardenumsätze. Funktioniert Sex von einem gewissen Alter an nur noch mit Pillen?

Probleme mit der Erektion haben übrigens auch junge Männer, aber natürlich die meisten jenseits der 50. Wenn der Testosteronspiegel in Ordnung ist, verschreiben wir diese Medikamente, die allerdings recht teuer sind. Oft ist es aber auch beruflicher und privater Stress, der dafür sorgt, dass Männer schwächeln.

Ist es nicht zu einfach, gleich zum Rezeptblock zu greifen?

Viagra, Cialis und Levitra sind Hilfsmittel, um beiden Partnern befriedigenden Sex zu ermöglichen. Man kann aber nichts erzwingen, sollte sich nie selber unter Druck setzen. Angst ist ein absoluter Lustkiller. Es gilt, den Augenblick zu genießen, wenn er da ist.

Was empfehlen Sie unseren Lesern in den Wechseljahren?

Beruflich und privat einen Gang herunterschalten. Sich vom männlichen Rollenverständnis, immer stark sein zu müssen, lösen. Und mit dem Partner reden. Viele Probleme sind in Wahrheit reine Kommuniaktionsprobleme.

Autor: Prof. (MEX) Dr. med. (I) Berthold Schneider
Erschienen in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ)