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PUR/R

Praxisklinik Urologie Rhein Ruhr

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Prostatakrebs ist heilbar, wenn …

Das gesetzliche Früherkennungsprogramm in Deutschland bietet Männern ab dem 45. Lebensjahr die Möglichkeit einer Untersuchung auf Prostatakrebs. Daran nehmen jedoch leider nur 13 Prozent der Männer teil.

Häufigstes Argument der Männer nicht teilzunehmen: „Ich habe ja keine Beschwerden.“ Eine Erkrankung passt eben nicht in das Männerbild der Stärke und Unverletzlichkeit. Doch Krebs macht eben keine Beschwerden oder Schmerzen, es sei denn, er ist schon weit fortgeschritten.

Andererseits bringen Männer ihr Auto in die Werkstatt zur Inspektion, bevor die Bremsen versagen.

Die Untersuchung ist also sinnvoll, da der Prostatakrebs mit 58.500 Neuerkrankungen im Jahr, laut Robert Koch Institut, inzwischen der häufigste Tumor des Mannes ist.

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung, dass man den Prostatakrebs, da er sich nur langsam entwickelt, einfach in Ruhe lassen könne, sterben jährlich ungefähr 12.000 Männer an dieser Erkrankung und oftmals mit erheblichen Schmerzen.

Allein die gesetzliche Früherkennungsuntersuchung ab 45 Jahren, wie sie 1971 eingeführt wurde, entspricht nicht mehr dem heutigen wissenschaftlichen Stand. Das ist so, als würde man sein jetziges Auto in eine Werkstatt aus dem Jahr 1971 bringen.

Sinnvoll dagegen ist eine Abklärung der Prostata mittels Fingeruntersuchung, PSA Bestimmung und gegebenenfalls durch einen speziellen Ultraschall.

Aber sollte man überhaupt  26 Euro ausgeben für eine umstrittene Untersuchung wie den PSA Test?

Ja! Denn neueste wissenschaftliche Erkenntnisse unterstreichen immer mehr die Sinnhaftigkeit.

Eine in sieben europäischen Ländern durchgeführte Studie (ERSPC) zeigt, dass die Sterblichkeit durch die PSA Bestimmung um 27% abnimmt. Das entspräche ungefähr 2.000 Todesfällen weniger pro Jahr in Deutschland.

Der PSA Wert lässt aber nur in der Beurteilung des erfahrenen Mediziners eine Aussage zu. Denn ein niedriger Wert, unter 4ng/ml, heißt eben nicht, dass kein Krebs vorhanden ist und ein hoher Wert heißt nicht, dass jemand Krebs hat.

Ein erhöhter Wert oder ein schneller Anstieg bedeuten lediglich, dass hier etwas nicht stimmen könnte und man genauer nachschauen muss.

Die weitere Abklärung geschieht durch eine ultraschalgesteuerte Gewebeprobeentnahme aus der Prostata, die nicht schmerzhaft ist.

Sollte sich dann herausstellen, dass es sich um Prostatakrebs handelt, ist man als Patient zunächst einmal schockiert.

Das war doch bisher immer nur den anderen passiert.

Ist der Prostatakrebs nur auf die Prostata begrenzt, sind die Heilungsaussichten überdurchschnittlich gut.

Aber nun kommt die eigentlich schwierige Aufgabe für jeden Patienten, denn er muss sich für ein Behandlungsverfahren mit all seinen zum Teil schwerwiegenden Nebenwirkungen entscheiden. Und als wäre das nicht schon schwer genug in der Entscheidungsfindung, gibt es auch bei einigen Patienten die Möglichkeit nichts zu tun und nur abzuwarten.

Sehr gute Heilungsmöglichkeiten bestehen bei der vollständigen Entfernung der Prostata. Das Risiko durch die Operation Potenzstörungen zu erleiden, ist durch die perfektionierten operativen Techniken gering geworden. Ein möglicher Potenzverlust kann häufig durch Medikamente behoben werden.

Sollte sich jemand für die Operation entscheiden, steht er wieder vor einer großen Entscheidung, denn abgesehen davon, wo der Schnitt gemacht werden kann, ob im Unterbauch oder Dammbereich, gibt es inzwischen auch eine Roboter gesteuerte Operation (Da-Vinci).

Autor: Prof. (MEX) Dr. med. (I) Berthold Schneider
Erschienen in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ)